








Dys-play
Duell gegen unsichtbaren Dritten
2026
Installation in situ mit textilen Atemmasken, Wäscheständern, Plastikrohren, Schläuchen, Brause, Federn, Schläuche, Seile, Expander, Leuchtröhren, Lampe, Tischtennisschläger,
Tischtennisbälle, Haushaltsgegenstände und Spielzeug über verspiegelter Tischtennisplatte
Maße
300 x 160 x 400 cm
Located at
Tuchfabrik Trier
Wechselstraße 4
54290 Trier
Exhibition
Rheinland-Pfalz Triennale
24.04. – 31.05.26
Exhibition part
Neulich
Artistic Direction
Dr. Carolin Heel
Norina Quinte
Extended Curatorial Team
Stefanie Schmeink
Jury
Ulla von Brandenburg
Moira Zoitl
Carolin Heel / Norina Quinte
Photographed by
Susanne Britz
Sebastian Heck
Im Zentrum von Dys-play steht eine verspiegelte Tischtennisplatte, überzogen von einem Geflecht aus Schläuchen, Masken, Federn, Rohren und Licht. Ein statisches Feld trifft auf ein vibrierendes System – der Alltag des Ausnahmezustands verwandelt sich in ein kinetisches
Sinnbild der Pandemie: ein Duell ohne Gegner, doch voller Reaktionen. Die Installation befragt das fragile Verhältnis von Nähe und Distanz, von Atmen und Erstarren. Dys-play erinnert zugleich an die stillgelegte Tuchfabrik. Die selbstgenähten textilen Masken aus der Zeit kollektiver Atemnot werden zu Trägern eines fragilen Kreislaufs aus Luft und Mechanik. Haushaltsgegenstände, Spielzeug und technische Materialien bilden eine labile Choreografie, in der Körper und Umgebung einander fortwährend spiegeln. Material wird zur Metapher: Das textile Element spinnt Verbindungen und bedeutet zugleich
Trennung.
In diesem laborhaften Setting trifft das Private auf das Technische: Wäscheständer, Lampen, Seile und Rohre formen eine fragile Maschinerie. Der Schläger, noch Hand und nicht Maschine,
reagiert auf ein unsichtbares Gegenüber.
Dys-play wird zum Spiel gegen einen unsichtbaren Dritten – gegen Angst, Distanz und das System selbst. Luft durchströmt die Struktur wie ein Beatmungsgerät; die Installation atmet, hält inne, erwacht erneut – ein Organismus zwischen Labor und Wohnzimmer, zwischen Seziertisch und Spieltisch, auf der Suche nach jenem Moment, in dem Atmen, Spielen und Wahrnehmen wieder eins werden.
